Samstag, Juni 06, 2020
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Donnerstag, 4.8.2011: 109 Flüge sind inzwischen in meinem Flugbuch eingetragen. Ein erster Versuch die Brevetprüfung zu absolvieren schlug am 17.6. leider fehl. Es fehlte die zweite saubere Ziellandung. Dafür hat es dann am 22.7. geklappt. Auch da hatte ich einen Patzer bei der zweite Landung, aber im 3. Flug hat dann die Ziellandung auch geklappt. Starten, Programmfliegen und die Fragen beantworten war bei beiden Prüfungen immer perfekt, aber das Ziellanden ist einfach nicht so wirklich mein Ding. Das ist sicher ein Thema an dem ich noch etwas dranbleiben muss.
Der erste Flug nach der Brevetprüfung fand in einem ganz neuen Fluggebiet statt. Es hatte uns weg vom useligen Wetter der Nordschweiz in den Süden an den Lago d\'Orta getrieben. Und dort konnten wir am 25.7. einen wunderbaren Flug vom Mottarone über die Seespitze des Lago rüber zum Landeplatz am Rande von Omegna machen. Es ging noch etwas Soaring oberhalb des Landeplatzes, aber es war mir etwas zu ruppig. So landete ich völlig problemlos auf der Landewiese die übrigens gleichzeitig Pferde-, Esel- und Rinderweide ist. Die Tiere sind aber eindeutig an Gleitschirme gewöhnt, keines hat uns auch nur eines Blickes gewürdigt beim Landen oder danach. Spannend war es trotzdem. Inzwischen habe ich auch das Fluggebiet in Interlaken und an der Hohwacht kennengelernt. Es macht Spass frei zu fliegen :-)

Mittwoch, 14.9.2011: Es sind nicht sehr viele Flüge dazugekommen - viel anderes ist durch einen geplanten Umzug ins Emmental zu tun und zu organisieren. Aber etwas spannendes habe ich doch gemacht, ich habe nämlich letztes Wochenende an einem Sicherheitstraining an der Axalp teilgenommen. Es war extrem lehrreich…. Aber auch mental anstrengend obwohl ich nicht viele Flüge gemacht habe.

Am Samstag war ich nicht fit - Kopfweh vom Morgen an und wohl deshalb bekamen mir die geflogenen Uebungen nicht wirklich.
1. Flug Spirale: Einleiten durch Wingover, dann weiter runterziehen auf einer Seite, eindrehen in die Spirale und mir wurde sofort heftig übel - musst nach 2 Umdrehungen ausleiten und hätte mich fast in der Luft übergeben. Habe dann nochmals versucht über Wingover einzuleiten, aber da wurde mir schon bei den Wingover übel. Habe dann nur noch grosse Ohren gemacht um schnell runterzukommen zum landen.
2. Flug Vrille-Ansatz, d.h. Vrille vermeiden - loslassen bevor \"die Post abgeht\". Mir war immernoch nicht wirklich wieder richtig wohl im Magen - ich wollte es aber trotzdem probieren. Es fehlte mir aber dann doch der Mut wirklich bis zum Abriss zu gehen, weil mir einfach nur schon beim Fliegen übel wurde. Habe die Uebung dann nach 3 Versuchen abgebrochen und bin zum Landen.

Sonntag: Mit der Spirale selber fliegen warten ich vorerst - Ruedi übt es mit mir am Tandemschirm - da muss ich es erstmal nur aushalten und nicht noch agieren. 
1. Flug: Vrille-Ansatz: hat 2 mal genau perfekt geklappt, 3. Versuch habe ich zu schnell losgelassen, d.h. der Abriss war noch nicht da und beim 4. Versuch war ich zu spät, d.h. ich war in der Vrille und der Schirm drehte ziemlich heftig. Habe erst auf der falschen Seite versucht auszuleiten, es aber gleich gemerkt und dann an der richtigen Seite - nämlich innen gezogen und sofort hat der Schirm ausgeleitet. War alles richtig gut UND mir wurde trotz ziemlichem Geschaukel überhaupt nicht übel. Ich war nach der Landung richtig happy :-)
2. Flug: Rettungsschirm ziehen - ja bewusst gewollt - also alles weglassen was nicht mit ins Wasser soll - d.h. Handy, Flytec, Funk, usw… Der Start war in der Aufregung dann mal wieder nicht so wirklich berauschend, aber frau ist langsam starterfahren - und kam trotzdem gut in die Luft. Ueber den See fliegen, Boot gut sichtbar von oben - über dem Boot kreisen zum Höheabbauen. Wenn das Boot anfängt einen Kreis zu fahren, ist es Zeit die Rettung zu ziehen. Geht wunderbar - komisches Gefühl wenn der Rettungsschirm das Kommando übernimmt. Mein Alpha ist vorgeschossen, unter mir durchgetaucht und rechts hinten seitlich wieder aufgetaucht und konnte ganz einfach eingezogen werden. Danach hatte ich schön Zeit mich auf die \"Wasserung\" vorzubereiten. Ist absolut problemlos. Rettungsweste ging auch ganz schnell auf und dann kam auch schon das Boot. Erst Rettungsschirm ins Boot, da der sonst nach unten ziehen könnte, dann durfte ich rein und dann haben wir gemeinsam den Alpha geborgen und am Schluss noch die Rettungsverpackung mit Griff (man bindet einen kleinen aufgeblasenen luftballon dran, dann geht das nicht unter) eingeholt. 
Kalt war es im See nur eine halbe Sekunde - so beim eintauchen ins Wasser. Spannend war es und ich muss es nicht jeden Tag haben ;-)

 

Aber es war eine richtig gute Erfahrung und wirklich empfehlenswert es sich mal zu gönnen! Körperlich war ich nach dem Weekend etwas KO, aber mental hat es extrem gut getan.