Samstag, Juni 06, 2020
Text Size

Manchmal zeigen uns unsere spirituellen Führer merkwürdige Wege auf - so ging es mir jedenfalls mit dem Thema Gleitschirmfliegen. Während der diesjährigen Shaman Practitioner Ausbildung kam in mehreren Schamanischen Reisen das Thema “Fliegen” auf - es dauerte eine Weile bis ich es annehmen konnte, vor allem als mir klar wurde, dass es ums Gleitschirmfliegen geht. Ich hatte schliesslich schon 1989 den ersten Anlauf zu diesem Thema genommen und mir damals zum Abschluss des Schnuppertages das linke Sprunggelenk gebrochen. Danach hatte ich zwar noch erfolgreich die Theorieprüfung absolviert, aber den Einstieg in die Praxis nie mehr gefunden. Das Thema war für mich einfach durch.... Dachte ich zumindest. Manchmal kommt es halt anders als frau denkt.

Das Thema \"Fliegen\" wurde aktueller und alles ging ganz einfach seinen Weg. Mit meiner Freundin Uschi (Züchterin von Gangi) hatte ich schon im Frühjahr abgemacht, dass ich meine Sommerferien im Odenwald verbringen würde. Als wir meinen definitiven Anreisetermin fixierten (Freitag, 30.7.2010), sagte sie mir sie müsse am Samstag ein paar Stündchen beim Jubiläumsfest der Lindenfelser Gleitschirmflieger helfen. Ich liess mich kurzerhand auch gleich einplanen - um helfende Hände ist schliesslich jeder Verein froh. Uschis Mann Reinhard (Vorsitzender der Lindenfelser Gleitschirmflieger) hatte ich schon bei einem anderen Treffen gefragt, ob sie vom Verein aus auch Tandemflüge anbieten würden. Er bejahte es und meinte während meines Odenwald-Urlaubs könne man da sicher etwas arrangieren. Es ging schneller als geplant - am Jubiläumstag war es möglich vom Lindenfelser Startplatz aus zu starten und so konnte ich schon an diesem Tag einen wunderbaren Tandemflug geniessen. Für mich war das nur noch der entgültige Test, ob ich mir die Gleitschirmfliegerei auch zutrauen würde. Hier geht es zu weiteren Informationen über die Odenwäldern.

Nach der Rückkehr aus dem Urlaub suchte ich mir eine Gleitschirm-Schule in gut erreichbarer Nähe. Was lag näher als sich im Internet umzuschauen, ob es im Jura eine Flugschule gibt. Und wie ich fündig wurde - bieten doch mehrere Schulen im Jura ihre Dienste an. Die von mir gewählte Schule (Flugschule Jura in Matzendorf) machte mir mit ihrem Internetauftritt den besten Eindruck und war noch dazu am nächsten an Möhlin gelegen. Bei einem Schnuppertag wollte ich mir einen ersten Eindruck verschaffen und danach entscheiden ob ich dort auch die Ausbildung starten will. Denn klar war es schon vor dem Schnuppertag - ICH WILL FLIEGEN !

Was soll ich sagen - ich kam zum Schnuppertag (3.9.2010) und ich flog schon da.... ok nur ca. 15 - 30 Sekunden, aber welch ein Unterschied zu 1989 - da war man froh am Uebungshang für 1 - 2 Sekunden keinen Bodenkontakt zu haben. Unglaublich welchen Fortschritt das Material gemacht hatte. Ich war sprachlos. Aber nicht nur das, auch die kompetente Betreuung am Schnuppertag durch unseren Flugleiter Rainer überzeugte. Rainer erklärte uns, dass es am idealsten wäre sich zum weitermachen für einen Intensiv-Grundkurs anzumelden, d.h. 4 Tage Intensiv-Schulung. Vier Tage am Thema dran bleiben - das war mein Ding.

Da ich noch Urlaubstage einziehen musste, war der Kurs schnell gebucht und so ging es 19.9.2010 los mit dem Grundkurs. Der erste Tag war eine Wiederholung des Schnuppertages, aber wir mussten schon anfangen selber die Kalotte auszulegen und die Leinen unseres Schirms zu sortieren. Der zweite Tag, auch wieder am Uebungshang, diente dazu unsere Starts zu verbessern - wir sollten eine saubere Aufziehphase, eine Kontrollphase (echt schwierig für einen Anfänger) und danach eine gute Beschleunigungsphase zeigen. Gar nicht so einfach, wenn plötzlich das Hirn anfängt mitzudenken - aber Markus unser Fluglehrer hatte zum Glück viel Geduld mit uns.

Markus teilte uns am Nachmittag des zweiten Tages mit, dass wir am nächsten Tag unseren ersten Höhenflug absolvieren würden. Eventuell würden wir am Morgen des dritten Tages noch mal kurz an den Uebungshang gehen, danach aber hoch zu einem Startplatz fahren. Nun der dritte Tag startete mit Theorie (Landeanflug und Landevolte) - wir sollten ja auch wieder heil unten ankommen. In der Theorie alles nicht so schwer.... aber wenn man dann den Landeplatz von oben sieht, wird das Hirn so leer. Zum Glück sind wir immer über Funk mit dem Flugleiter verbunden.

Dritter Tag - es kam was kommen musste.... Nix mehr Uebungshang - sofort hoch zum Startplatz Obere Wengi und ab zum ersten Höhenflug. Meine Güte war ich nervös - ich wusste nichts mehr... Leinen sortieren wie ging das noch... Danke hier an Kathrin unsere Startleiterin - sie hat zumindest bei mir durch ihre ruhige, kompetente Art die Nervosität etwas gedämpft. Trotzdem ging mein erster Startversuch völlig “in die Hose” - ich kugelte den Hügel runter auf’s schönste, aber ohne auch nur die geringste Blessur. Also Schirm zusammenraffen, wieder hochlaufen, neu auslegen und wieder starten.... und siehe da es funktionierte. Ich war in der Luft und es war nur noch gigantisch - die Nervosität war weg - zumindest so lange bis der Landeplatz näher kam... wie war das nochmals mit der Landevolte. Oh je, bin ich jetzt noch hoch oder schon tief... aber da war ja Markus am Funk und die Nervosität legte sich. Auch die Landung war gut - ok nicht im Zielkreis, aber es sind ja noch keine Meister vom Himmel gefallen... zum Glück.

Nun war der erste Höhenflug absolviert, der Schirm wurde wieder gepackt und ab ging es wieder hoch zur Oberen Wengi - zweiter Höhenflug. Danach war erst mal Mittagspause angesagt und dann triezte uns unser Fluglehrer mit einer Theorieprüfung - er wollte wissen wieviel wir vom Elearning-Tool und von seinen Erläuterungen behalten hatten. Ich staunte selber wieviel hängen geblieben war, es ist halt einfach wichtig in entspannter Atmosphäre zu lernen.

Am Nachmittag durften wir unseren dritten Höhenflug sogar in einem anderen Fluggebiet, dem Brandberg, absolvieren. Dank dem weiterhin traumhaft schönen Wetter ging es am vierten Kurstag gleich weiter mit den Höhenflügen. Am Vormittag wieder zwei Flüge von der Oberen Wengi und am Nachmittag noch einen Flug vom Brandberg aus. Danach ein kurzes Debrefing für unsere Grundkursgruppe und die Bestätigung, dass wir alle im B-Team aufgenommen seien. Es kann also weitergehen mit der Fliegerei... Ich gebe zu ich habe Blut geleckt... Das ist etwas was richtig Spass macht !

Mittwoch, 29.9.2010: Erster Höhenflugtag nach dem Grundkurs - bin schon ziemlich nervös und dann noch ein neues Fluggebiet, Walenmatt oberhalb Corcelles, NW-Lage, steiler Startplatz, eigentlich ideal um den Schirm rückwärts aufzuziehen, aber mir fehlt der Mut dazu. Dabei soll das ja einfacher sein.... Geht aber noch ganz vielen anderen genauso. Ausserdem ist der Wind so schwach, dass Vorwärts-starten problemlos möglich ist. Zwei Flüge sind für mich drin und reichen mir auch. Ok, das touchieren einer Tannenspitze mit den linken Aussenleinen werde ich ab jetzt vermeiden, soll wohl nicht so gesund sein und geht üblicherweise eher schief. Ich hatte Glück, ein kleiner Verhänger in den Aussenleinen war danach auch gelöst.

Freitag, 1.10.2010: Das Wetter ist wesentlich schöner als am Mittwoch, diesmal geht es rauf zum bereits bekannten Brandberg. Ein Versuch mit Rückwärts-Aufziehen des Schirmes klappt und auch der Start geht gut. Aber das braucht noch viel Routine. Danach ist dann der Wind wieder so schwach, dass die beiden anderen Starts vorwärts erfolgen. Somit also drei Flüge und ich bin echt KO.

Sonntag, 3.10.2010: Schon der Sonnenaufgang in Möhlin ist traumhaft - ich freue mich auf einen wunderschönen Flugtag und so wird es dann auch.... wenn nur die “vermorksten” Starts nicht wären... Irgendwie wollte das an diesem Tag überhaupt nicht klappen. Habe nochmals versucht den Schirm rückwärts aufzuziehen, aber bei fast keinem Wind zu schwierig. Diesmal klappt kein Start beim ersten Versuch, aber mir wird bestätigt durch dieses Jammertal gehen viele - also gut gehört wohl dazu. Dafür habe ich so langsam die Landevolte im Griff - gute Uebung die uns Sergio da vorgegeben hat mit den S-Fliegen auf dem Queranflug. Das macht die Höheneinschätzung für den Endanflug wirklich einfacher. Somit also drei Flüge für heute - das reicht.

Nach dem Fliegen wird noch die eigene Ausrüstung ausgesucht, Schirm (Alpha4/23, Farbe steel), Gurtzeug (Woody Valley/Peak2/M), Notschirm und Packsack (Advance Easypack2/S). Leider ist der Schirm in der gewünschten Farbe nicht am Lager - wird wohl Dezember werden, bis ich das Flügelchen bekomme. Danke an Markus, dass ich bis dahin weiter meinen Schulschirm (Tequilla) fliegen darf.

Mal sehen ob nächsten Mittwoch Flugwetter ist - wäre schön!

Mittwoch, 6.10.2010: Es war Flugwetter :-) Als ich bei eitlem Sonnenschein in Möhlin losfuhr erwartete ich auch in Matzendorf Traumwetter... Aber in was fahre ich nach dem Belchentunnel - NEBEL ätzend. Inversion war das Thema dazu. Ich weiss zumindest wieder warum ich ins Fricktal gezogen bin.

In Matzendorf sah es genauso aus - und selbst Markus war erstaunt, dass sich der Nebel bis 13 Uhr nicht gelichtet hatte. Nun der Passwang erwartete uns trotzdem mit Sonnenschein. Genial, somit das vierte Fluggebiet. UND ich konnte mit meinem eigenen Gurtzeug fliegen und Gleitschirm und Gurtzeug waren im eigenen kleinen Packsack verstaut. Welche WOHLTAT, so macht das Tragen sogar Spass.

Und dann welch ein geniales Startgelände - daran könnte ich mich doch glatt gewöhnen. Auch wenn sie bei weitem noch nicht optimal waren, so gelang doch jeder der drei Starts dieses Tages. Irgendwie werde ich aber bei der Landung immer noch sehr hektisch bzw. ich ziehe zu heftig an den Bremsleinen, womit der Schirm auch entsprechend reagiert. Keep cool wäre angesagt, aber das scheint mein Hirn noch nicht so ganz verinnerlicht zu haben.

Samstag, 9.10.2010: In Möhlin traumhaftes Wetter - nach dem Belchen wieder Nebelsuppe - das kennen wir ja schon. Matzendorf das gleiche - also wo fliegen... Der Versuch mit der Walenmatt passte - strahlend blauer Himmel. Da ich diesen steilen Startplatz schon kannte, konnte ich ganz relaxt starten und es klappte richtig gut. Diesmal habe ich nach dem Start auch keine Baumwipfel touchiert. Aber andere hatten da weniger Glück.

Wieder wurden neue Uebungen geflogen - einseitiger Klapper - ist ja gar nicht so schlimm wie das von unten aussieht, ausserdem konnte ich nun auch den Beschleuniger ausprobieren. Den Unterschied in der Geschwindigkeit merkt man erstaunlich gut. Hätte ich so auch nicht erwartet.

Sogar die Landungen fangen an zu klappen - Rainer, unser Fluglehrer, liess mich einfach auch mal selber agieren und so musste ich selber schauen wie ich zum Landepunkt komme. Der grosse Landeplatz in Corcelles bietet sich dafür auch wirklich an. Erster Versuch ziemlich zu weit, zweiter Versuch fast getroffen, dritter Versuch etwas zu wenig weit. Aber es wird - vor allem wird es ruhiger beim Landen :-) Angenehm wenn es nicht mehr so schaukelt.

Freitag, 15.10.2010: Mittwoch war genauso wenig Flugwetter wie heute, aber dank Rainer durften wir zum Groundhandling nach Matzendorf kommen. Und es waren doch rund 10 Jungs und Mädels die diese Gelegenheit nutzten. Wie immer hätten wir gerne etwas mehr Wind gehabt - aber auch mit wenig Wind liessen sich die Schirme aufziehen und diesmal konnten wir ausgiebig üben RUECKWAERTS aufzuziehen. Genial, das gibt doch etwas Sicherheit für die nächsten Starts, wenn doch mal etwas Wind vorhanden sein sollte.

Rainer hatte mir einen Speedflying-Schirm zur Verfügung gestellt - das macht vielleicht Spass mit diesem Teil zu “spielen” - nein nicht fliegen - Speedflying ist es nichts für mich, aber mit so einem Schirmle beim Groundhandling zu spielen - das IST Fun pur. Dürfte hier mit dem “Meli-Jet” eine nette Geschichte sein.

Freitag, 22.10.2010: ENDLICH wieder fliegen - es musste einfach sein, auch wenn es nur zwei Flüge wurden - mehr ging für mich heute einfach nicht (eine Angina forderte doch einen gewissen Tribut - eigentlich unvernünftig, aber frau gönnt sich ja sonst nichts). Delpin durfte ich fliegen - genial - wobei ich mir eigentlich die Schaukelei abgewöhnen wollte ;-) Naja, hier ist die Schaukelei ja gewollt. Wie man Kreise ausleitet haben wir heute auch gelernt. Erstaunlich, dass diese Technik wirklich funktioniert. Die Landungen passen ebenfalls so langsam. Fühle mich dabei immer sicherer, das Abschätzen der Höhe fällt immer leichter.

Mein Alpha4 in “nagellack-adaptierter” Farbe soll wohl wirklich in KW48 geliefert werden - Yeah darauf freue ich mich riesig (könnte glatt im rumpelstilzchenstil ums Feuer rumtanzen - OK, JA, ich freu mich wie ein Kind drauf :-) und ich bin so gespannt wie es sich damit fliegt. In der Zwischenzeit kann ich aber zwischen den Flugtagen mit einem geliehenen Schirm hier in Möhlin Groundhandling machen. Nein, ich will damit nicht auf’s Wohnmobil-Dach klettern..... Wobei......

Freitag, 5.11.2010: Nach zwei Wochen Pause - endlich wieder fliegen - ja ich weiss ich wiederhole mich - aber so ist es nun mal... virale Infektion ist halt erfolgt ;-)
Wetterbedingungen nicht gerade optimal - trotzdem durften wir nach Matzendorf pilgern - und nach einem Wetterbriefing in dem der starke Wind erwähnt wurde, fuhren wir mal wieder zur Walenmatt. Sollte es endlich mal wieder für Rückwärts-Starts genügend Wind haben ? 
OH JA, und wie - ich habe mir wirklich überlegt ob ich da starten will und gab mir einen Versuch. Entweder der klappt oder ich lege den Schirm wieder zusammen und fahre mit anderen die mangels Speeder nicht starten durften, mit dem Bus runter.

Aber der Start klappte sofort - mit Rückwärtsaufziehen - es ist wirklich einfach (vielleicht hat auch das Groundhandling-Training in Möhlin geholfen) - turbulent wurde es aber sofort als ich in der Luft war. Heftig, heftig. Nach dem Startplatz gleich nach links abdrehen, aber ohne Speeder flog der Schirm tatsächlich leicht rückwärts. Also Speeder drücken und dann ging es auch langsam vorwärts.... sollte das der erste Flug werden der länger als ca. 10 Minuten dauert. Ja, es wurde eine Stunde soaren daraus - und hätte gerne länger gehen dürfen, aber mir fingen die Beine vor Kälte an zu zittern und die Hände fanden es auch nicht mehr wirklich prickelnd. Also abdrehen Richtung Landeplatz - ohne ein paar Uebungen liess mich Rainer natürlich nicht runter. War aber gut so - Kleine Ohren mit Speeder und damit kreisen zum Höhe abbauen. Dann noch zweimal Delfin fliegen, aber da klappte das Timing nicht wirklich gut - mir war wohl zu kalt. Danach aber eine schöne, fast Punktlandung. So hat der Tag gepasst. An solche Flüge (wärmer angezogen) könnte ich mich gewöhnen!

Sonntag, 28.11.2010: Natürlich bin ich seit dem letzten Mal nicht erst heute wieder geflogen. Es liegen mehrere Flugtage und Flugnachmittage dazwischen. Ziemlich viel Zeit und damit Flüge musste ich in die Uebung “Grosse Ohren mit Beschleuniger” investieren. Ich musste schauen wie bekomme ich die beiden äusseren A-Leinen überhaupt runter und wie bekomme ich sie so runter, dass nicht die ganze Front klappt. Nun, auch das funktioniert jetzt gut und macht sogar Spass.

Gestern und heute konnten wir im Pulverschnee (bis zu 70 cm in den Verwehungen - Obere Wengi am SA und Brandberg heute) starten und landen. Das Starten ist da wirklich alles andere als einfach und so kam es zu mehreren Startabbrüchen, auch bei mir. Dafür macht das Landen nun echt keine Probleme mehr, jedenfalls bei den einfachen Windverhältnissen die wir an den letzten Flugtagen hatten.

Somit habe ich den heute einzigen Flug dazu genutzt, nochmals die Uebertritts-Prüfungaufgabe (Programm: sauberer Start, einseitiger Klapper mit Erhaltung der Flugrichtung, grosse Ohren mit Beschleuniger und eine saubere Landung) ins A-Team der Flugschule zu erfliegen und diesmal hat es tatsächlich geklappt. Somit habe ich mein Ziel doch wider erwarten noch per Ende November am allerletzten offiziellen Flugtag der Schule geschafft - Punktlandung kann man das eigentlich nennen ;-)

So langsam bin ich wirklich gespannt auf meinen eigenen Schirm - es wird Zeit, dass meine eigene Ausrüstung komplett ist. Mal sehen ob es in diesem Jahr noch einen Flugtag gibt - wenn es mal an einem Dezemberwochenende nettes Flugwetter geben sollte, werden wir per Mail von der Schule informiert und können uns entsprechend anmelden. Wäre schon schön vor 2011 nochmals zu fliegen - vielleicht sogar mit dem eigenen Schirm. Ich glaube das geht noch anderen so....

Montag, 7.3.2011: Ja, ich fliege noch :-) Seit dem 18.12.2010 bin ich im Besitz meines eigenen Schirms und bin damit am 29.12.+31.12.2010 bei Franz (www.flybeo.ch) geflogen. Der Unterschied zu einem Schulschirm ist klar spürbar. Im Januar und Februar war ich jeweils nur einmal in der Flugschule zum Fliegen, viel mehr Flugwetter gaben diese beiden Monate auch nicht her. Seit März sind wir Flugschüler aber wieder alle intensiver dran. Den ersten Vorgeschmack auf die kommende Thermiksaison bekamen wir am letzten Samstag, 5.3.2011. Es musste ab dem 2. Flug des Tages rückwärts gestartet werden und das ging sogar richtig gut. Landungen sind bei Wind auch wieder anders einzuteilen, das benötigt nun auch wieder Uebung. Das Prüfungsprogramm Doppelkreis klappt bei mir schon recht gut, dafür habe ich mit der geflogenen 8 wirklich noch ziemlich Mühe. Seit letztem Freitag bin ich nun auch im Besitz eines Flytec-Varios mit GPS (6015). Ist ganz interessant die Flüge mal auf der Karte nachvollziehen zu können. Bin wirklich gespannt wie sich die Flugzeiten in den nächsten Wochen mit Beginn der Thermiksaison entwickeln werden. Es ist einfach ein wunderbares Gefühl so in der Luft zu schweben - abgehoben eben :-)

Dienstag, 5.4.2011: Bin hier im Thermik-Camp der Flugschule Jura und völlig begeistert von diesem Fluggelände. Weniger begeistert bin ich momentan von meinen Gleitschirm-Starts (vor allem die Rückwärtsstart sind eine wahre Katastrophe - meistens). Bin wohl kurz davor unseren Fluglehrer Markus zur Verzweiflung zu bringen und mich dazu. Naja der Rückwärtsstart von gestern Nachmittag war ganz gut - hatte wirklich mal das Gefühl ICH starte und nicht ich werde gestartet - schwierig zu beschreiben - vielleicht löst sich der geistige Knoten ja wirklich noch. Der anschliessende Flug war dann richtig gut. Konnte endlich die Thermikschläuche spüren und eindrehen - nicht jeden aber doch so lange, dass ich bestimmt habe wann ich genug vom Fliegen habe und zum Landeplatz abgedreht bin. Braucht einfach viel Konzentration, weil es jede Menge Piloten in der Luft hat hier in Bassano. Mal sehen wie das Fliegen heute bei Rückseitenwetter wird. Gestern Abend ging die Kaltfront durch - mit doch ganz netten Gewittern.

 

 

Samstag, 28.5.2011: Nun das Thermik-Camp in Bassano ist längst vorbei und hat schlussendlich auch dazu geführt, dass die Rückwärts-Starterei funktioniert. Ein hart und eigentlich falsch erkämpfter Erfolg! Das darf niemals wieder so ablaufen - aber das habe ich erst im Nachhinein erkannt. Ich war danach noch 2 Mal im Jura zum Fliegen, aber nicht mehr wirklich glücklich dabei. Es war mir einfach nach den Erfahrungen von Bassano zuviel Rummel am Start- und Landeplatz. Ich bin nicht mehr tauglich für die Schülermassen in der Flugschule Jura. Es ist mir inzwischen dort alles zu hektisch.
Gerade rechtzeitig griffen meine geistigen Führer einmal mehr in mein Leben ein und so lernte ich erfreulicherweise abseits vom Fliegen einen wunderbaren Menschen kennen, der jetzt mein Leben teilt und es hoffentlich noch ganz lange teilen wird. Tja, manchmal geht das Leben erstaunliche Wege, ich hatte mir so eine Beziehung mit einem fliegenden Partner gewünscht, einfach um dieses wunderbare Gefühl des Fliegens mit jemandem teilen zu können, der das auch wirklich versteht. Und da läuft mir doch tatsächlich ein Flieger über den Weg - und verursacht Schmetterlinge im Bauch und ist dazu auch noch Fluglehrer! Ursache und Wirkung und ja programmieren funktioniert wirklich!
Deshalb hat es mich zum Fliegen nach Marbach an die Marbachegg verschlagen und dort habe ich erfahren wie entspannend es sein kann zu Starten. Starten hiess für mich immer - nur schnell durch und ab in die Luft. In Marbach habe ich gelernt mich auf den Start zu freuen - endlich. 
Eigentlich hätte gestern die Brevetprüfung in Wolfenschiessen stattfinden sollen, wurde aber aufgrund der Kaltfront um eine Woche auf den 3.6.2011 verschoben. Ich freue mich nun richtig auf die Prüfung - spüre absolut keine Nervosität mehr. Es wird gut werden.
Werde in Zukunft wohl sehr oft in Marbach und Umgebung zu finden sein. Wer mal dort zum Fliegen hin will - noch ohne Brevet - meldet euch hier: www.gleitschirmfliegen.ch