Samstag, Juni 06, 2020
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18.1.1992 - 24.2.2009

Nachdem meine Eltern ihre beiden Pferde nicht mehr hatten, fand ich es an der Zeit, mich nach meinem ersten eigenen Pferd umzusehen. Als ich an einem Samstagmorgen um 8 Uhr auf den Hof fuhr, wo ich mir eigentlich einen 2 1/2 jährigen Vollblutaraberhengst anschauen wollte, wurde gerade ein nettes Pferdchen in den Stall geführt. Ich sah es nur kurz im rechten Seitenspiegel, aber der Ausdruck in seinen Augen... Aber mal der Reihe nach. Ich schaute mir also Tarik an und seine Gänge waren wirklich traumhaft, aber es sprang zwischen uns kein Funke über. So fragte ich die Züchterin, was es denn für ein Pferd gewesen sei, dass sie vorhin in den Stall geführt hätte. Mir wurde gesagt, dass auch dieser erst 1 1/2 jährige Hengst zum Verkauf stünde. So sind wir in den Stall und da war es dann eigentlich schon passiert. Dieser spitzbübische Blick - ich schmolz dahin. Für mich war klar, wenn es einer sein sollte, dann dieser.

Manolito und ich haben in der Zeit bis zum Einreiten viele gemeinsame Spaziergänge unternommen. Damit konnte eine grosse Vertrauensbasis aufgebaut werden, von der ich auch heute noch zehre.
Mit ca. 3 1/2 Jahren verletzte sich Manolito in seiner Box schwer. Er hatte sich mehrere Knochenabsplitterungen am rechten vorderen Fesselbein zugezogen und musste 2 Mal operiert werden. Zuerst Schrauben rein, damit die Splitter wieder anwachsen konnten, dann nach 8 Monaten Schrauben wieder raus, weil sie störten und der Grund für ständig wiederkehrende Entzündungen waren. Und danach kam eine über 2 Jahre dauernde Rekonvaleszenz-Zeit in der ich viel gelernt habe. 
Es war vor allem auch ein Lernen ZU SPUEREN wie es meinem Pferdchen geht und ein sich darauf einrichten, dass man mal weniger mit ihm unternehmen kann und einmal mehr. Inzwischen sagt mir meist schon sein Blick, wie er heute drauf ist. Erwartungsgemäss hat sich in diesem Fesselgelenk eine leichte Arthrose gebildet, welche eine tägliche Bewegung wichtig macht. Sie muss allerdings in Massen erfolgen. Deshalb steht er mit seiner Stallgefährtin Kara auch in einem Stall mit 2 separaten Boxen aber gemeinsamen grossen Paddock in dem die beiden immer etwas in Bewegung sind.

Winter 2006/2007: Durch den Besuch des Pferdeakupressurkurses bei Lisbeth Traffelet habe ich gelernt wo ich bei den Pferden feststellen kann, wie es mit der Verteilung ihrer Körperwärme steht. Und genau das hat mich dazu bewogen, nun doch auch meine Pferde einzudecken. Ich bin bis anhin wirklich der Meinung gewesen, es ist absolut unnötig Pferde im Winter einzudecken, aber ich habe mich eines besseren belehren lassen. Innert sehr kurzer Zeit konnte ich feststellen, um wieviel lockerer mein Schimmelchen sich unter dem Sattel zeigte. Zwar sind die Temperaturen noch sehr mild, da aber dort wo der Stall steht, immer ein mehr oder minder starker Wind weht, kühlen die Pferde enorm aus, erst recht, wenn dazu noch das Fell nass ist. Frau lernt halt auch immer dazu.

 

Ich wusste es ja schon letzten November, dass die Tage, Wochen oder vielleicht Monate gezählt sind - und am 24.2.2009 war es dann soweit. Ich musste meinen geliebten Buffolo erlösen lassen. Die Hornsäule an seinem Hinterhuf hatte erneut einen Abszess verursacht. Wir wussten der nächste würde nicht lange auf sich warten lassen. Da war die Entscheidung einfach klar. Er liess mich aber wissen, dass er nochmals zu mir zurückkommen werde, diesmal aber als Hund. Ich bin also gespannt, wann er wieder in meinem Leben auftauchen wird....